Mehrmals im Jahr geht der Verein auf Tour. Im Programm: Tagesfahrten zu interessanten Betrieben, Museen und Kulturstätten in der Umgebung Hamburgs,
mehrtägige Erlebnisreisen zu bedeutenden Stätten der Industrie- und Sozialgeschichte in Deutschland und dem angrenzenden Ausland.
Wer hat Lust auf Organisieren? Das Team Tagestouren sucht weitere Freiwillige als Team-Mitglieder
Wir planen und begleiten Gruppenfahrten für die Freunde des Museums der Arbeit in Hamburg und Umgebung. Ein jeder kann sich für interessante Tagesfahrten
einbringen und den Zeit- und Arbeitseinsatz nach eigenen Vorstellungen gestalten.
Wir würden uns über weitere Tatkraft und Ideen sehr freuen!
Annegret E., Gabriela H., Reinhold T., Jürgen B.
Bei Interesse und für Nachfragen: [email protected]
oder [email protected]
28.5.–31.5.26 und 27.8.–30.8.26
Das „sächsische Manchester“ war Teil der 500jährigen Industrialisierung in Sachsen. Die Bombardierungen im 2. Weltkrieg hinterließen ebenso Spuren wie die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklungen nach der Wende 1989. „See the unseen“, das ist das Motto von Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025. Wir wollen genauer hingucken und uns auf Spurensuche begeben: Beispiel für die Industriegeschichte ist die ehemalige Tuchfabrik der Gebrüder Pfau in Crimmitschau.
Im Stadtbild ist im gründerzeitlichen Arbeiterviertel Sonnenberg ebenso wie auf dem bürgerlichen Kaßberg als eines der größten Jugendstilviertel Deutschlands Sozial- und Architekturgeschichte sichtbar. Gleichzeitig befindet sich auf dem Kaßberg der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis, ein Gebäude aus der Kaiserzeit, das zu DDR-Zeiten von der Stasi genutzt wurde.
Im Zentrum der Stadt begegnen wir vielen Beispielen der Transformation: Das Kaufhaus Schocken aus den 20er Jahren wird als Archäologisches Museum genutzt, das ehemalige Sparkassengebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit beherbergt nun die Sammlung Gunzenhauser. Der Rote Turm als Zeugnis aus dem 12. Jahrhundert befindet sich in Gesellschaft der Gebäude der SED Bezirksleitung aus den 60er Jahren. Und davor steht der „Nischel“, das berühmte Karl-Marx-Monument, das schon viele Demonstrationen und Kundgebungen gesehen hat, nicht zuletzt die neonazistischen Ausschreitungen von 2018, die der Stadt den Ruf als Hort von Rechtsradikalen bescherte.
Die Aktivitäten im Rahmen der Kulturhauptstadt sollten dem entgegenwirken. Wir werden uns ein Bild davon machen können, wie nachhaltig diese Bemühungen gelungen sind. Das Karl Schmidt-Rottluff-Haus, ein Museum in seinem Elternhaus, und das Haus Esche sind Beispiele kultureller Aktivitäten in der Stadt.
Und hier schließt sich ein Kreis: die Villa Esche wurde in den 20er Jahren nach Plänen von Henry van de Velde im Auftrag des Textilunternehmers Esche gebaut. So ist in Chemnitz alles vorhanden, was eine Museumsreise der Freunde ausmacht.
Euer Reiseteam: Hartwig Biss, Helga Koppermann, Monika Metscher, Wolfgang Wiedey
Termine: 28.5.–31.5.26 (Bereits ausgebucht) und 27.8.–30.8.26
Reisekosten: (erste Schätzung, wie 2025): 430 Euro pP im DZ, 570 Euro pP im EZ.
Anmeldung: (ohne Geldüberweisung): mit Betreff Chemnitz 1 oder 2 an [email protected] oder 040 428 133 520
Vorbereitungsveranstaltung: Montag, 23.3.26
Mai 2026

Um mehr über diese doppeldeutige Aussage zu erfahren, mussten wir erst einmal einzeln per Zugangsnummer ein Drehkreuz am Tor Nord des Großmarktes überwinden. Herr Niemeyer, der Leiter des Zusatzstoffmuseums, empfing uns herzlich und thematisierte in seiner Führung zunächst eine Fülle von Beispielen für Zusätze, die von der Antike bis heute in unseren Lebensmitteln zu finden sind. Sie werden dadurch immer haltbarer, farbenfroher, aromatischer, einfacher herstellbar und günstiger gemacht. Vor allem letzteres scheint eine permanente, zentrale Triebfeder zu sein.
So wurden dem Wein in der römischen Antike nicht nur Honig und exotische Gewürze beigefügt, sondern auch Wasser, Kalk und Blei! Hoher Weingenuss führte unweigerlich zu einer schleichenden Bleivergiftung! Preußen verbot
1797 die Verwendung von blei-, arsen- und quecksilberhaltigen Farben in Bonbons und Backwaren. Mit der raschen Zunahme von Kenntnissen über Chemie und Physik im 19. Jahrhundert schritt der Ausbau von staatlichen Kontrollen und Verboten langsam, aber sicher voran. Letzter großer Schritt war 1993 die Einführung von 340 E-Nummern im europäischen Binnenmarkt, inklusive Kennzeichnungspflicht. Heute legen Tausende von Gesetzen, Regelungen und Vorschriften auf nationaler und EU-Ebene fest, wie ein Produkt heißen darf und welche Inhaltsstoffe erlaubt sind.
Wer blickt da schon durch? Anscheinend unser Guide. Welche Frage wir auch immer stellten, er konnte sie sofort einordnen und beantworten. Ergo: Wir sollten uns bei dem ganzen Wirrwarr nicht verrückt machen lassen und beherzt einen Supermarkt betreten, aber schon ganz nach individuellen Befindlichkeiten gezielt auf die Zutatenliste schauen. Wichtig dafür wären allerdings vollständigere und damit ehrlichere Angaben auf den Lebensmitteln als zurzeit gültig. Dazu hat das Zusatzstoffmuseum auf seiner Homepage eine Petition mit dem in der Überschrift vermerkten Motto gestartet (Hier geht es zur Seite des Deutschen Zusatzstoffmuseums). Wir haben gelernt, trotz aller Vorschriften und nicht zu Unrecht werden Lebensmittelskandale immer wieder zu medialen Großereignissen.
Beim anschließenden Mittagstisch im Alitalia-Restaurant haben sich wohl alle TeilnehmerInnen gefragt: Was ist da alles drin, in diesem Mittagessen? Es gab viel Diskussionsstoff!
Annegret Eylers und Reinhold Thate
Februar 2026
Wer regelmäßig die S-Bahn nutzt, den interessiert, was technisch erforderlich ist, damit ein S-Bahnzug auf die Strecke gehen kann! Auf diese Frage suchten wir im Februar beim Besuch des S-Bahn-Werks Ohlsdorf Antworten.
Unter der fachkundigen Führung von Herrn Sabolewski, der für den Objekt- und Brandschutz im Werk verantwortlich ist, besuchten wir die Hallen, in denen die Züge in kurzen Abständen regelmäßig geprüft, gewartet und gereinigt, oder nach acht Jahren einer Generalüberholung unterzogen werden. Nach ca. 25 Jahren im Betrieb werden die Züge ausgemustert. In den S-Bahn-Werken Ohlsdorf und Elbgaustraße arbeiten ca. 290 Leute. Insgesamt hat die S-Bahn etwa 1.500 Angestellte, davon 170 Auszubildende.
Wir liefen auf Schienenkopfhöhe Null (Bahnsteighöhe: 960 mm) zwischen den Fahrzeugen herum. Aus der Nähe begutachten wir Drehgestelle, Scharffenberg-Kupplungen und bekamen einen Eindruck von
Ultraschall-Untersuchungen der Radkränze, die bei jeder Wartung durchgeführt wird. Für die Wartung werden täglich ca. zehn Züge á drei Wagen morgens in die Halle gefahren. Laufwerkskontrolle,
Bremsprüfung und Reinigungsarbeiten werden durchgeführt, Verschleißteile ersetzt. Schadhafte Fahrwerke werden gleich gegen intakte ausgetauscht. Abends gehen diese Züge wieder auf die Strecke.
Bei einer Revision bleiben die Züge jedoch bis zu einem Monat im Werk.
Nach der Werksbesichtigung hatten wir im Betriebs-Casino Gelegenheit, unsere Eindrücke auszutauschen. Künftig werden wir mit einem anderen Blick die Züge der Hamburger S-Bahn besteigen.
Reiseleitung: Jürgen Beeck, Ulrike Jenke
Fotos: Ulrike Jenke
22.5. bis 25.5.2025
„Kassel ist Henschel und Henschel ist Kassel“ so hat man in der Stadt lange die enge Verzahnung mit dem großen Fahrzeughersteller und Rüstungskonzern beschrieben. Es gibt noch heute mehrere
ehemalige Henschelflächen, die von Nachfolgefirmen oder z.B. der Kasseler Uni genutzt werden. Wir haben am ersten Tag ein großes Henschel-Areal erkundet, das heute seine zukünftige Nutzung noch
sucht, aber u.a. von Künstlern, Musikern und einem Skaterpark genutzt wird. Dort haben wir das Technikmuseum und das Henschelmuseum besucht und uns von vielfältigen Sammlungen zu Fahrzeugtechnik,
Eisenbahn, Fliegerei, Feinmechanik und Optik begeistern lassen. Das Henschelmuseum wird ehrenamtlich betrieben und stellt vor allem die weitverzweigte Familiengeschichte der Henschels über
mehr als zwei Jahrhunderte dar. In der Pause zwischen den Führungen wurden wir überraschend zu nordhessischen herzhaften und süßen „Schmeckewöhlerchen“ und Getränken eingeladen. Beide Museen
zeugen von liebevoller Sammlungstätigkeit, haben aber ihre endgültige Form noch nicht gefunden. Viele von uns wurden sehr an die Anfänge unseres Museums der Arbeit erinnert und an die
Begeisterung der 80er Jahre.
Schon am nächsten Morgen fuhr uns der Bus zu einem ehemaligen Henschel-Gelände, einem damaligen Flugzeugmotorenwerk, das nach dem Krieg zum zweitgrößten Volkswagenwerk in Deutschland wurde. Hier
werden „Components“, also Zubehörteile, Motoren, Achsen, Karosserieteile für die „fahrzeugbauenden Werke“ des VW-Konzerns auf der ganzen Welt gebaut.
Wir waren wir 4,5 Stunden Gäste des Betriebsrats, hörten einen Einführungsvortrag, nahmen an einer Führung teil, hatten eine Diskussionsrunde mit einem Betriebsratsmitglied und waren zum
Mittagessen eingeladen. Die Führung in zwei von sechs Produktionshallen des riesigen Werks hat uns alle umgehauen, überrascht und begeistert. Wir wurden kenntnisreich unmittelbar durch die
Produktion geführt, durch Gerüche, Lärm, Wärme angesichts glühender Stahlteile für z.B. Türen, Motorhauben, Kotflügel, wir mussten selbstverantwortlich autonom und rücksichtsvoll fahrenden
Flurförderfahrzeugen ausweichen, um den Betrieb nicht aufzuhalten. Wir sahen zu, wie ein moderner E-Motor von der Produktion der Einzelteile wie Wellen und Zahnräder bis zum Auffüllen von Motoröl
zusammengesetzt wird.
Nach dem großzügigen Mittagessen im „VW-Esswerk“ hatten wir ein herausforderndes Kontrastprogramm: Die „Grimmwelt“ - das Museum, das sich den Märchensammlern und Sprachforschern Jacob und Wilhelm
Grimm widmet. Also von den Themen der aktuellen Gegenwart bei VW zur Geisteswelt des frühen 19. Jahrhunderts, die dort in einer modernen einfallsreichen, fröhlichen Gestaltung unterhaltsam
präsentiert wird. Von dem Panoramafenster
des Grimm-Museumsneubaus und vom Dach hat man einen weiten Blick auf die nordhessische Mittelgebirgslandschaft.
Der Blick auf das Leben der Brüder Grimm und ihre Kasseler Jahre leitete am dritten Kasseltag über auf die Betrachtung der Stadt Kassel als Kultur-, documenta- und Welterbe-Stadt, ihre
Stadtgestalt und ihre Entwicklung von den Baumaßnahmen der Landgrafen Philipp, Moritz, Carl, Wilhelm und Friedrich ab dem 16. Jahrhundert bis zum Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Weltkriegs
und der neueren Entwicklung seit der „Erfindung“ der documenta.
Zunächst bekamen wir eine interessante und gut verständliche Führung „about documenta“ in der Neuen Galerie an der Schönen Aussicht, einem historischer Museumsbau, der documenta-Besuchern
bekannt sein dürfte. Danach gingen wir auf eine ausgedehnte Stadtführung zu bleibenden documenta-Werken im Stadtgebiet und ergänzenden Hinweisen auf die Stadtgeschichte.
Dazu hatten sich unsere Kasseler Freundin Regina Kirsch und unser Kasseler Ideengeber Thomas Vollmer vorbereitet. Der Besuch etlicher documenta-Werke führte uns in die Karlsaue und Richtung
Fulda-Ufer, wo von den Kasseler Landgrafen neben dem Bergpark Wilhelmshöhe der zweite Park von ungeahnten Ausmaßen angelegt wurde, der Kassel heute zu einer betont grünen Stadt macht.
Der letzte Tag in Kassel widmete sich komplett dem Stadtteil Bad Wilhelmshöhe, seinem Schloss und dem Bergpark mit den Wasserspielen.
Schloss Wilhelmshöhe beherbergt als Gemäldegalerie Alter Meister eine Kunstsammlung von Weltrang, die wir uns durch eine Führung erklären ließen. Im Anschluss fuhr uns der Bus zum Start der
Wasserspiele auf den Gipfel des Bergparks, der Herkulesfigur, wo wir nach einem Mittagsimbiss von zwei Guides empfangen wurden, die uns auf dem Weg des Wassers vom Berg ins Tal zwei Stunden lang
begleiteten. Auf diesem kommentierten Weg erfährt man alles über die Kunst- und Sozialgeschichte, Politik und Technik dieser riesigen Wasserkunst-Anlage. Die Führung ist
unverzichtbar.
Henschel ist uns hier noch einmal begegnet: Die bekannte „Teufelsbrücke“ auf dem Weg des Wassers ist 1826 bei Henschel gegossen worden.
Voll mit neuen Eindrücken und Erlebnissen zurück im Tal am Schloss Wilhelmshöhe begann die zügige und staufreie Heimfahrt nach Hamburg.
27. September 2025
Unsere Tagestour Ende September führte uns zum Doppel-Senkrecht-Schiffshebewerk Lüneburg in Scharnebeck. Bus und Bahn brachten uns pünktlich zu unserem Guide Herrn Ahlfeld. Seine detailreiche und humorvolle Führung brachte uns die technischen Daten wie Bauzeit und Baukosten, Abmessungen und Gewichte sowie Antriebe und Funktionsweise dieses gigantischen Bauwerkes näher.
Bemerkenswert bleibt die kurze Bauzeit von 8 Jahren (1968-75), inklusive 115 km Elbe-Seitenkanal. Durch diesen Anschluss der Elbe an den Mittellandkanal erhielt Hamburg wieder Zugang zum Binnenwasserstraßennetz Europas. Da die Nutzlänge der beiden Tröge „nur“ gut hundert Meter beträgt, ist das Hebewerk heute in seiner Leistung begrenzt. Mit Staunen erfuhren wir, dass bereits eine parallel verlaufende Schleuse mit mehr als der doppelten Nutzlänge geplant ist.
Um den Höhenunterschied von 38 Metern zu bewältigen arbeiten zwei voneinander unabhängige mit Wasser gefüllte Tröge mithilfe fein austarierter Gegengewichte. Trogtore und Ketten, Gewindespindel und Zahnstangen sowie 8 starke Elektromotoren leisten ihren Beitrag für das Auf und Ab der Tröge. Wir hatten das große Glück zu beobachten wie der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ den enormen Höhenunterschied in nur kurzer Trogfahrzeit von drei Minuten bewältigte, inklusive Ein- und Ausfahrt in 20 Minuten. Diese beeindruckende Leistung war beispielgebend für das heute größte Schiffshebewerk der Welt am Jangtse in China. Eine siebenstufige Schleusentreppe wurde dort durch ein Schiffshebewerk mit einem Höhenunterschied von 117 Metern ersetzt; statt 4 Stunden benötigt dieser Hebelift nur noch 40 Minuten.
Bei der Eröffnung wurden Schiffshebewerk und Elbe-Seitenkanal als Jahrhundertbauwerk gefeiert. 33 Tage später ein Schock: Bei Erbstorf bricht der Kanal nahe einer schmalen Unterführung auf ganzer Breite; es gibt gewaltige Überflutungen. Nur ein Sicherheitstor verhinderte noch größere Schäden durch ein Leerlaufen des höher gelegenen Kanals. Das Unglück führte zu teuren Sanierungen an allen Unterführungen und gezielten Deichverstärkungen, die – toi-toi-toi – bis heute halten.
Ergänzend sahen wir uns im Informationszentrum noch verschiedene Modelle anderer Schiffshebewerke aus aller Welt an. Bei unserem anschließenden gemeinsamen Mittagessen gab es viel zu diskutieren. Bus und Bahn brachten uns dann pünktlich nach Hamburg zurück.
Annegret Eylers-Walter, Gabi Horn
16. Mai 2025
Unsere 2. Tour in 2025 führte uns ins Industriemuseum nach Elmshorn. Am 16.05.2025 trafen wir uns im Hauptgebäude des Museums in der Catharienstraße in Elmshorn. Das Museum befindet sich in einem alten Speicher im Zentrum von Elmshorn.
Wir wurden von unserem Guide begrüßt und bekamen jeweils eine Stempelkarte ausgehändigt. An der großen Stempeluhr stempelten wir uns vor dem Beginn des Rundgangs alle ein.
Unser Guide informierte uns über die Geschichte des Museums und die Schwerpunkte der Ausstellung:
Das Industriemuseum sammelt Gegenstände, Archivalien und Fotografien. Die heutigen Sammlungsschwerpunkte resultieren aus dem Museumskonzept des Industriemuseums. Neben Exponaten aus der Stadtgeschichte – von der Vor- und Frühgeschichte bis heute – liegt der zweite Schwerpunkt seit 1981 auf Exponaten aus der regionalen Arbeitswelt und dem Alltag der Industriezeit in der Unterelberegion (Industriemuseum).
An unterschiedlichen Stationen im Museumsgebäude erhielten wir durch unseren Guide vielfältige Eindrücke zu den Veränderungen von Leben und Arbeit durch die Industrialisierung in der Region um Elmshorn. Wir erfuhren u.a. Details zur Entwicklung von Schiffbau, Lederverarbeitung, Keramikindustrie, Lebensmittelindustrie und anderen Betrieben. Durch die sehr interessanten Detailinformationen unseres Guides und die Verknüpfung mit den ausgestellten Industrieobjekten konnten wir die vielfältigen Veränderungen für die in der Industrie tätigen Menschen gut nachvollziehen.
Zum Ende der Führung stempelten wir uns alle wieder aus – 2 Stunden Rundgang mit vielen Informationen und Erläuterungen zu den Ausstellungsobjekten rund um die Industriegeschichte waren schnell vergangen.
Nun stand der gedeckte Kaffeetisch für uns bereit. Wir tauschten uns noch recht lebhaft zu den gewonnenen vielfältigen Eindrücken aus und ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken.
Gegen 16:00 Uhr machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Hamburg.
Fazit: Ein kleines aber feines Museum mit einem engagierten Mitarbeiterteam, schnell von Hamburg erreichbar und ein guter Tipp für einen spannenden Ausflug in die Industriegeschichte der Region.
Reinhold Thate, Ulrike Jenke
15. März 2025
Sonne und blauer Himmel, die besten Voraussetzungen für unseren ersten Tagesausflug am 15. März 2025 nach Lübeck.
Nach unserer Ankunft in Lübeck sind wir zum Marzipanland „An der Untertrave“ gelaufen. Dort haben viel über Marzipan erfahren. Klassisches Marzipan hat etwa 30 % – 50 % Zucker, Edelmarzipan hat einen Mandelanteil von mindestens 70 %, manchen Marzipansorten werden Rosenwasser oder Bittermandeln hinzugefügt. Nachdem jeder von uns unter fachkundiger Anleitung ein kleines Meisterstück angefertigt hat, gab es zur Belohnung Kaffee, Tee und natürlich Marzipantorte. Zu guter Letzt bekamen wir die Auszeichnung „Marzipan-BotschafterIn“ in Form eines Zertifikates.
Dann ging es los zu einer informativen und kurzweiligen Führung durch Lübecks Gassen. In direkter Nachbarschaft zum Marzipanland steht das älteste Haus Lübecks, erbaut um 1220, das heute ein
Hotel ist. Das Holstentor im Hintergrund, erbaut im 15. Jahrhundert, schützte die Lübecker Bürger und Händler vor Angriffen. Salz machte Lübeck in diesen Zeiten zu einer der führenden
Handelsmächte. Bereits im 14. Jahrhundert erhielt Lübeck den Titel „Königin der Hanse“.
Richtung Rathausmarkt kamen wir an der Marienkirche mit ihren beiden markanten Türmen vorbei, die in mehreren Bauphasen errichtet wurden. Die Marienkirche ist eines der bedeutendsten Gebäude der
Backsteingotik, erbaut im 13. und 14. Jahrhundert. Durch die Marienkirche wurde der einstige Reichtum als Symbol sichtbar. In der „Clemensstraße“ wurde bis in die 1970er Jahre „gearbeitet“. Es
befand sich hier das ehemalige Rotlichtviertel, heute ist hier eine Wohnstraße.
Hinterhöfe, Giebelhäuser und enge Straßen führten uns zum Heiligen-Geist-Hospital. In dem um 1260 von Lübecker Kaufleuten gestifteten Backsteinbauwerk wurden Kranke, Alte und Bedürftige versorgt.
Zu sehen gab es hier eine riesige Kirchenhalle mit einem gotischen Gewölbe und Originalmalereien sowie kleine, aneinander gereihte Holzstuben, in denen die Bewohner leben konnten.
Nach zwei Stunden haben wir viel über Lübeck erfahren und sind wieder zurück nach Hamburg gefahren. Ich wusste an diesem Abend auf jeden Fall, wie viele Schritte ich gelaufen bin.
Ulrike Jenke / 25.03.2025
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