Ursula-Schneider-Preis für studentische Abschlussarbeiten

Ursula-Schneider-Preis
 für studentische Abschlussarbeiten 2026

 

Bitte beachten: Der Einsendeschluss war bereits am 31. Mai 2026.

 

Der Verein der Freunde des Museums der Arbeit (FdMA) vergibt für 2026 den „Ursula-Schneider-Preis“ für studentische Abschlussarbeiten, die sich mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeitswelten befassen.

 

Ursula Schneider (1943-2019) war Gründungsmitglied des Vereins der Freunde des Museums der Arbeit und langjährige Kuratorin am Museum der Arbeit. Der Preis soll dazu motivieren, arbeitsweltliche Themen in allen ihren Dimensionen in Studium und Forschung stärker zu bearbeiten.

 

Die Preisauslobung richtet sich an alle Studierenden, die eine Abschlussarbeit (Master/Bachelor) zwischen dem 1. Juni 2025 und dem 31. Mai 2026 an einer Hamburger Hochschule abgegeben haben. Es werden vier Preise ausgelobt, jeweils zwei in den Kategorien Master und Bachelor:

 

1.         Preis Masterarbeit 2000 Euro

2.         Preis Masterarbeit 1500 Euro

 

1.         Preis Bachelorarbeit 1000 Euro

2.         Preis Bachelorarbeit 500 Euro

 

Voraussetzungen für eine Bewerbung

Jede/r Studierende einer Hamburger Hochschule kann sich mit einer Abschlussarbeit der Kategorie Bachelor oder Master bewerben. Selbstvorschläge sind erwünscht, Bewerber:innen können auch von akademischen Betreuer:innen oder Mitgliedern des Vereins vorgeschlagen werden. Studierende Mitglieder des Vereins sind ebenfalls bewerbungsberechtigt, auch wenn sie nicht in Hamburg studieren.

 

Prämiert werden Arbeiten, die sich mit den Themen des Museums der Arbeit auseinandersetzen. Das Museum der Arbeit zeigt Industrie-, Technik- und Sozialgeschichte und stellt sich der Frage, wie sich Leben und Arbeiten in den letzten 180 Jahren gewandelt haben. Welche Auswirkungen hatte und hat der Prozess der Industrialisierung und der Aufstieg der Dienstleistungsgesellschaft? Welche dadurch bedingten umfassenden sozialen, kulturellen und ökonomischen Veränderungen gab es für die Menschen, Gesellschaft und Natur? Wie wird sich dieser Prozess fortsetzen? Inhaltlich sollen sich die Arbeiten daher mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Arbeitswelten und den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der Wandlungsprozesse befassen und anregend für die Arbeit des Museums sein.

 

Zur Bewerbung werden ausdrücklich nicht nur Verfasser:innen historischer, sozialwissenschaftlicher und museumsdidaktischer Arbeiten aufgefordert, sondern auch Studierende aus anderen Disziplinen, die sich mit den oben genannten Themen befassen.

 

Bewerbungsverfahren

Bewerbungen, die elektronisch oder postalisch übersandt werden können, müssen enthalten:

 

-       Maximal zweiseitiges Bewerbungsschreiben (12 Punkt, 1 1/2 –zeilig, einschließlich Datum der Abgabe an der Hochschule und Nennung der Kategorie Master oder Bachelor)

-       Abschlussarbeit in elektronischer Form oder in dreifacher Ausfertigung gedruckt

-       Dokumentation des Abschlusses und/oder Gutachten der/s Betreuer:in

-       Einseitiges Abstract des Inhaltes der Abschlussarbeit (12 Punkt, 1 1/2 –zeilig)

-       Tabellarischer Lebenslauf

 

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen – elektronische Bewerbungen bitte in einer Gesamtdatei - senden Sie bitte an:

Freunde des Museums der Arbeit e.V.

Wiesendamm 3

22305 Hamburg

[email protected]

www.freunde-museum-der-arbeit.de

 

Einsendeschluss war am 31. Mai 2026.

 

Die Preise werden auf einer öffentlichen Veranstaltung des Vereins Freunde des Museums der Arbeit vermutlich im Oktober 2026 übergeben. Die Entscheidung der Jury wird bis Ende September 2026 erfolgen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ansprechpartner bei Rückfragen: PD Dr. Knud Andresen ([email protected])

Pressmitteilung 2025

Vier Preisträger*innen aus Hamburger Hochschulen mit „Ursula-Schneider-Preis“ ausgezeichnet: Fachjury prämiert herausragende Abschlussarbeiten

Preisträger*innen des Ursula-Schneider-Preises 2025 vor dem Museum der Arbeit
Foto: Arndt Hofmann | V.l.n.r.: Kersten Albers, Loui Donath, Emily Trabitzsch, Caprice Gerlach, PD Dr. Knud Andresen, Prof. Dr. Rita Müller

 

Der Freundeskreis des Hamburger Museums der Arbeit vergab am 13. Oktober 2023 zum sechsten Mal den „Ursula-Schneider-Preis für Bachelor- und Masterarbeiten“. Für den Preis bewerben konnten sich Studierende von Hamburger Hochschulen, die sich in ihren Abschlussarbeiten mit Geschichte, Gegenwart oder Zukunft der Arbeitswelten befassten.

 

Eine Fachjury wählte nun aus den zahlreichen Einsendungen aus und prämierte zwei Bachelor- und drei Masterarbeiten mit Preisen zwischen 500 und 2000 Euro. Der Preis ist nach Ursula Schneider, langjährige Kuratorin am Museum der Arbeit und Gründungsmitglied des Freundeskreises, benannt. Der Preis soll Anreize für eine zukunftsorientierte akademische Ausbildung geben und die Bildungsarbeit im Museum inspirieren.

 

Anlässlich der Preisverleihung zeigten sich Prof. Rita Müller (Direktorin des Museums der Arbeit) und Kersten Albers als (Vorsitzender der Freunde des Museums) sehr erfreut und beeindruckt darüber, wie relevant die ausgezeichneten Arbeiten zum Beispiel für die aktuellen Sonderausstellungen des Museums sind.

 

Ausgezeichnet wurden:

 

1. Preis Masterarbeit: Emily Trabitzsch

Der erste Platz der Masterarbeiten geht an Emily Trabitzsch. Sie hat am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg die Arbeit „Triple Win oder Dreifacher Verlust? Eine kritische Analyse des internationalen Pflegekräfteaustausches“ eingereicht. Darin untersucht sie die Versprechen eines Programms der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, mit dem ausländische Pflegekräfte zu guten Bedingungen gewonnen werden sollen, ohne dass im Herkunftsland ein Fachkräftemangel entsteht. Sie beschäftigt sich so mit transnationalen Arbeitsbeziehungen, Pflegekräftebedarf im demographischen Wandel und Arbeitsmigration. Trabitzsch zeigt in einer methodisch hervorragenden Arbeit, dass die Versprechen vor allem Ressourcen und Zeitaufwand erfordern, und die Entsendeländer häufig weniger zu den Gewinnern gehören.

Das Thema ihrer Arbeit leistet zugleich einen spannenden Beitrag zur neuen Sonderausstellung des Museums zur Care-Arbeit, die am 28.Oktober beginnt und bis zum Frühjahr laufen wird.

 

2. Preis Masterarbeit: Liv Ohlsen

Liv Ohlsen hat den zweiten Preis für Masterarbeiten mit einer kulturethnographischen Arbeit gewonnen, die sie am Fachbereich Empirische Kulturwissenschaft der Universität Hamburg gefertigt hat: „Wohnungslosenfreie Gesellschaft?“ Es ist erklärtes Ziel der Politik, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden. Ohlsen hat mit teilnehmender Beobachtung erkundet, wie diese Zukunftsvision für die Beschäftigten im Bereich der Wohnungslosenhilfe wirkt. Prägt dieses Zukunftserwartung selbst alltägliche Entscheidungen? Die Verbindung von kleinteiligen Beobachtungen mit übergreifenden gesellschaftlichen Logiken beeindruckt bei dieser Arbeit.

 

1. Preis Bachelorarbeit: Caprice Gerlach

Dass juristische Abschlussarbeiten auch spannend zu lesen sein können, hat Caprice Gerlach mit seiner Arbeit zum „Datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruch des Arbeitnehmers nach Art. 15 DSGVO“ gezeigt, die er an der Bucerius Law School eingereicht hat. Digitalisierung und Überwachung sind gerade in der Arbeitswelt ein häufig paralleles Phänomen. Daher zeigt Gerlach, welche Möglichkeiten sich aus dem Auskunftsanspruch ergeben und wie Arbeitnehmer diesen wahrnehmen können. Angesichts der rasant zunehmenden Entwicklung in diesem Feld, sei es durch Kameras, Handscanner oder andere technische Geräte, ist es ein wichtiges Schutzrecht für Beschäftigte. Einen typischen Anwendungsbereich der Erkenntnisse aus Gerlachs Arbeit hat das Museum übrigens in der jüngst mit großer Besucherresonanz abgeschlossenen Sonderaussstellung zum Versandhandel „Dein Paket ist da!“ behandelt.

 

2. Preis Bachelorarbeit: Loui Donath

Loui Donath hat in seiner historischen Arbeit eine ungewöhnliche Frage aufgeworfen. Er fragt nach der „Emanzipation der Arbeiter“ anhand des „Arbeiter-Radfahrer-Vereins ‚Solidarität“ und des Fahrradladen ‚Frisch Auf‘“ im späten Kaiserreich. Entgegen der Hoffnungen von bürgerlichen Sozialreformern, Radfahren könne helfen Klassenschranken zu überwinden entwickelt sich die „Solidarität“ zum größten Fahrrad-Verein und besitzt mit dem Fahrradladen „Frisch Auf“ bald eine assoziierte Verkaufseinrichtung, die von bürgerlichen Fahrradhändlern bekämpft wird. Mit eigenständiger Quellerecherche im Staatsarchiv und umfassender Literaturauswertung zur Arbeiter- und auch zur Konsum- und Technikgeschichte hat die Arbeit überzeugt. Sie wurde an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr abgegeben.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: PD Dr. Knud Andresen, Email: [email protected]