Frau Architekt

Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf

Gesine Weinmiller: Foto André Rival

Foto: André Rival

Wie kaum eine andere Disziplin war Architektur von jeher eine Männerdomäne. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Dabei studieren seit vielen Jahren mehr Frauen als Männer das Fach an den Hochschulen. Häufiger als früher erreichen Frauen mittlerweile auch leitende Positionen in Architekturbüros, als Stadtplanerinnen, als Hochschullehrerinnen oder Kammerpräsidentinnen. Rund zwanzig Prozent der Hochschulabsolventinnen kommen jedoch nicht wirklich im Beruf an. Die Gründung von Büros, die Besetzung einflussreicher Stellen und Professuren sind noch immer vornehmlich Männersache. 

 

Die Ausstellung geht diesem Phänomen nach. Sie zeigt in 22 exemplarischen Portraits die unterschiedlichsten Pläne und Entwürfe von Frauen in einer Männerdomäne. Es sind nicht nur Entwürfe, Fotos und Planzeichnungen zu sehen, zu jeder Architektin gibt es ein auch ein neu angefertigtes Holzmodell.

 

Besonders eindrucksvoll sind die Lebensgeschichten der Frauen. Die Ausstellung zeigt spannend und persönlich, was Architektinnen in den vergangenen hundert Jahren geleistet haben; welche Visionen, wie viel Fantasie und auch praktische, lebensnahe Ideen sie hatten. Das macht diese Ausstellung nicht nur für die Fachwelt interessant.

 

In neun Filmportraits kommen außerdem weitere, zwischen 1930 und 1995 geborene Architektinnen selbst zu Wort. Ergänzt wird die Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums im Museum der Arbeit durch eine Slideshow aktueller Werke Hamburger Architektinnen. Die Ausstellung will dazu beitragen, das offenkundige Missverhältnis der Geschlechter im Architektenberuf in Bewegung zu bringen.

 

Iris Dullin, Foto Hans Wotin

Foto: Hans Wotin

„Frau Architekt“ ist eine Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums im Museum der Arbeit im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2019 in Kooperation mit dem Netzwerk Planerinnen, Ingenieurinnen, Architektinnen (PIA) und dem Netzwerk Women in Architecture (WiA). Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und wird in Hamburg unter der Schirmherrschaft der Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Dorothee Stapelfeldt, präsentiert.

 

>>Informationen über die Ausstellung auf der Website des Museums der Arbeit